Ostfriesentee, ein Hochgenuss aus dem Norden 

Was für viele Menschen der Kaffee ist, das ist für die Ostfriesen ihr Ostfriesentee. Sie haben fast alle den beliebten Tee im Haus. Dabei trinken sie ihn gerne zwischendurch oder zusammen mit der Familie. Jeder Ostfriese konsumiert ca. 300 l von dem köstlichen Getränk jährlich. Es ist deshalb nicht verwunderlich, dass sie den Tee immer im Haus haben. Es ist interessant, dass die Ostfriesen mehr Tee trinken als die Engländer oder Japaner. Dieser Tee gelangte erst im Laufe des 17. Jahrhunderts von Indien nach Ostfriesland. Der Name Ostfriesentee rührt nicht daher, dass er in Ostfriesland wächst, sondern wie er in dieser Region richtig gemischt wird. Sozusagen auf die richtige Mischung kommt es darauf an. Die echte Ostfriesenmischung setzt sich aus mehr als 20 Teesorten zusammen. Überwiegend natürlich aus kräftigem Assam Tee, stammend aus der Himalaya Gegend. Zusätzlich werden diesem Tee noch weitere mildere Sorten beigemengt, diese stammen meist aus Sri-Lanka und verleihen dem Tee die anziehende magische Wirkung. In Ostfriesland selbst gibt es drei traditionelle Teehäuser. Diese sind Onno Behrends im Norden, Thiele in Emden und Bünting in Leer, welchen Tee man bevorzugt ist reine Geschmackssache. Was die drei aber gemeinsam haben ist der kräftige unverwechselbare Geschmack. 

Zubereitung Ostfriesentee

Nachdem der richtige Tee ausgewählt wurde, sollte dieser unbedingt richtig zubereitet werden. Mit siedendem Wasser wird der Tee in der Ausgusskanne damit übergossen. Für 1 l Tee sollten etwa 4-5 Maßlöffel verwendet werden.  Anschließend den Tee 3 bis 4 Minuten ziehen lassen, danach den Tee in vorgewärmte Servierkanne geben. Aber es wäre kein echter Ostfriesentee, wenn die richtigen Zutaten fehlen. Gesüßt wird der Tee mit weißem Kandiszucker. Den Kandiszucker immer vor dem Eingießen des Tees in die Porzellantasse geben. Ein Knistern des weißen Diamanten ist ein wichtiger Bestandteil der Zubereitung, weißer Diamant wird der weiße Kandiszucker genannt. Wenn der weiße Kandis zerbricht und sich danach auflöst, ein unvergessliches Ritual für den echten Teetrinker. Natürlich darf genauso wenig die Sahne fehlen. Diese wird mit einem speziellen Löffel unter die Oberfläche des Tees, mit einem kreisförmigen Schwung eingebracht. Durch diese Vorgehensweise wird praktisch die Zeit angehalten, um innezuhalten und sich zu besinnen. Dadurch entsteht das typische Wulkje, eine Wolke aus Sahne.

Wie konsumiert man den Tee?

Traditionell wird der Ostfriesentee aus feinen Tassen aus Porzellan getrunken. Der echte Genuss kann sich nur einstellen, wenn der Tee schichtweise konsumiert wird. Die Ostfriesen trinken den Tee weder geschüttelt noch gerührt. Oben die cremige Sahne, gefolgt vom bitteren Tee, abschließend der süße Kandis. Obwohl nicht umgerührt wird, wird trotzdem ein kleiner Löffel beigelegt.
Bedeutung: Wer keinen Tee mehr trinken möchte, stellt den Löffel in die Tasse um kundzugeben, ich habe genug.

Klicken Sie hier für zusätzliche Informationen.